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Preisträger und Jurybegründungen


Preis für den Besten Film - Kristall-Lärche 

Stille Reserven

von Valentin Hitz

„Stille Reserven“ greift altbekannte Versatzstücke des Kinos und seines Genres, Science Fiction, auf - und formt diese zu einem eigenwilligen, gegenwärtigen Film.
 
Die Zukunft als verdichteter, parabelhafter Blick auf unsere Gegenwart. Die Welt ist kalt in dieser Zukunft, und der Mensch besitzt kaum noch eine Würde, sondern ist auf sein Funktionieren und seine Nützlichket reduziert – bis über seinen Tod hinaus...
 
Der Preis für den besten Film geht an ein ein Team, das in allen Belangen – Schauspiel, Ausstattung, Kamera, Sound-Design, Produktion – herausragendes leistet. Und an einen Autor und Regisseur, der all das souverän zu einem kraftvollen, persönlichen Film zu bündeln vermochte.


Preis der Filmkritik 

Die Einsiedler

von Ronny Trocker

Manche Filme brauchen nicht viel Dialog.
Sie leben durch ihre Bilder.
 
Manche Figuren müssen gar nicht viel tun.
Sie leben durch die Ängste und Hoffnungen, die wir 
durch ihren Blick erahnen.
 
Manche Drehbücher entführen nicht an einen 
exotischen Ort.
Sie erfinden ihr stilles Abenteuer gleich nebenan.
 
Manche Geschichten enden nicht mit einem großen Finale.
Sondern plötzlich, mit einer Herausforderung 
an unsere Fantasie.


Lobende Erwähnung der Kritikerjury 

Voir du Pays

von Delphine und Muriel Coulin

In abgeschlossene Welten eindringen, hineinschauen in die Machtkämpfe verborgener Institutionen, unsere blinden Augen für Menschen öffnen, die wir gewöhnlich übersehen:
 
All das ist möglich, weil das Kino ganz besonders eine Sache des Blicks ist, wenn es in komplizierte Gegenwartsthemen eintaucht.
 
Ein Film, dessen Protagonisten zu Beginn alle eine Augenblinde tragen und der ihre Schicksale im Nachtdunkel versiegelt: Dieser Film führt sie - und damit auch uns - zur Morgendämmerung und zum Erwachen.  


Publikumspreis 

Miséricorde

von Fulvio Bernasconi